Kai Löf­fel­bein ist Fo­to­graf und Jour­na­list. In den letz­ten drei Jah­ren be­schäfti­gte er sich in­ten­siv mit dem il­le­ga­len Ex­port von eu­ropä­isch­em Elek­tro­schrott nach Afri­ka und Asi­en. In Gha­na, In­di­en und Chi­na wer­den Elek­troalt­geräte un­ter pri­mi­tivs­ten Be­din­gun­gen und un­ter großer Be­las­tung für Mensch und Um­welt „re­cy­celt“, um an die ent­hal­te­nen wert­vol­len Me­tal­le, ins­be­son­de­re an Kup­fer, zu ge­lan­gen. Moni­to­re und Com­pu­ter­gehäuse wer­den mit Hämme­rn und Stei­nen zer­schla­gen oder auf dem Bo­den zer­sch­met­tert, PVC-hal­ti­ge Pla­stik­um­man­te­lung­en von Ka­beln wer­den in of­fe­nen Feu­ern ver­brannt, blei­hal­ti­ge Bat­te­ri­en in ein­fa­chen Öfen ein­ge­sch­mol­zen und Com­pu­ter­pla­ti­nen in Plas­tik­wan­nen voll ge­fährli­ch­er Säure ge­legt, um ei­nen Teil der Edel­me­tal­le wie Gold und Pla­tin von den Pla­ti­nen zu lö­sen. Die Ar­bei­te­rIn­nen, un­ter ih­nen häufig Kin­der, at­men Staub und gif­ti­ge Dämpfe di­rekt ein, was gra­vie­ren­de Ge­sund­heits­schäden zur Fol­ge ha­ben kann. Kai Löf­fel­bein wird sei­ne alar­mie­ren­den Bil­der zei­gen und über sei­ne Ar­beit vor Ort sp­re­chen.

Nach dem Stu­di­um der Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten stu­dier­te Kai Löf­fel­bein (Jahr­gang 1981) an der Hoch­schu­le für an­ge­wand­te Wis­sen­schaft und Kunst in Han­no­ver Fo­to­jour­na­lis­mus und Do­ku­men­tar­fo­to­gra­fie. Heu­te ar­bei­tet er als frei­schaf­fen­der Fo­to­graf für zahl­rei­che na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Pu­b­li­ka­tio­nen so­wie an ‚f­rei­en‘ ei­ge­nen Pro­jek­ten in Deut­sch­land und welt­weit. Für sei­ne Re­por­ta­gen be­reis­te er vie­le Länder in Süda­me­ri­ka, Asi­en und Afri­ka. 2012 er­hielt er für die Re­por­ta­ge über Elek­tro­schrott den re­nom­mier­ten Hen­ri Nan­nen Preis.